Märchen und Rosenkreuzer von Almut Bockemühl

Die lokale Sektionsgruppe in Fair Oaks beschäftigt sich in unseren aktuellen wöchentlichen Sitzungen intensiv mit Novalis seit Beginn der Covid-Beschränkungen im März 2020. Novalis legte grossen Wert auf Märchen. Und dies ist ein hilfreiches Buch, das einige von uns benutzt haben.

Erschienen im Verlag am Goetheanum: www.vamg.ch

Aus der Einführung

"In den Vorträgen über Märchendichtung vom 10. Juni 1911 nannte Rudolf Steiner den mittelalterlichen Märchenerzähler "Rhapsoden". In der Tat wurden ja in alter Zeit und vielerorts bis weit ins 20. Jahrhundert hinein Märchen in einer Art Sprechgesang vorgetragen. Steiner fuhr Nonnenkastell: "Woher kamen denn diese Rhapsoden? Wo hatten sie gelernt, solche Bilder vor die Menschen hinzustellen? - In den Tempeln hatten sie es gelernt, die wir als die Schulen der Rosenkreuzer angesehen haben. Sie waren Schüler der Rosenkreuzer." Diese Äußerung stellt einerseits einen wenig betrachteten und beachteten Aspekt des Rosenkreuzertums vor das innere Auge, andererseits lässt sie das Volksmärchen in einem ganz besonderen Licht erscheinen. Beides ist noch wenig erforscht und eine gründliche Betrachtung wert. Es wirft sowohl Fragen der Bewusstseinsgeschichte auf wie auch solche zum phantasievollen Stil des Märchens. Was sind überhaupt im Sinne von Rudolf Steiner "Imaginationen"? Zweifellos sind nicht alle Märchen Rosenkreuzermärchen, es gibt auch Sagen, Legenden und Schwänke. Was für Kriterien und Motive gibt es, die in einem Märchen auf das Rosenkreuzertum hinweisen können? Das Buch enthält sowohl allgemeine Bemerkungen zu den oben angesprochenen Fragen als auch zum Umgang mit Märchen als Geistesschulung in der Gegenwart".

"In den Vorträgen über Märchendichtung vom 10. Juni 1911 hat Rudolf Steiner die mittelalterlichen Märchenerzähler als "Rhapsoden" bezeichnet. Tatsächlich wurden in der Antike und vielerorts bis weit ins 20. Jahrhundert hinein Märchen in einer Art Sprechgesang vorgetragen. Steiner fuhr fort: "Woher kamen diese Rhapsoden? Wo hatten sie gelernt, dem Volk solche Bilder vorzuführen? - In denselben Tempeln hatten sie es gelernt, die wir als die Schulen der Rosenkreuzer ansehen müssen. Sie waren Jünger der Rosenkreuzer." Diese Aussage stellt einerseits einen bisher wenig beachteten und beherzigten Aspekt des Rosenkreuzertums vor das innere Auge und rückt andererseits das Volksmärchen in ein ganz besonderes Licht. Beides ist noch wenig erforscht und verdient eine gründliche Betrachtung. Es wirft sowohl bewusstseinsgeschichtliche Fragen auf als auch solche, die den phantasievollen Stil der Märchen betreffen. Was sind überhaupt "Imaginationen" im Sinne Rudolf Steiners? Zweifellos sind nicht alle Märchen Rosenkreuzermärchen, es gibt auch Sagen, Legenden und Fabeln. Welche Kriterien und Motive gibt es, die in einem Märchen auf Rosenkreuzertum hinweisen können? Das Buch enthält sowohl allgemeine Bemerkungen zu den oben aufgeworfenen Fragen als auch zur Verwendung von Märchen als geistige Schulung in der Gegenwart."

Geschrieben von Bruce Donehower
29. September 2020